Eigentlich geht die Story schon viel früher los, nämlich damit, dass ich mich mit zwei netten Kollegen nach der Arbeit auf ein Alster getroffen habe. Aber dazu kann ich nichts sagen, wenn ich im Rahmen der Story bleiben möchte, also beginnt sie dann doch später: nämlich, als ich im S-Bahnhof sitze und mit meinem am Döner-Stand neu gekauften Bier auf eine Bank zusteuere und trotz des Verbotes eine Zigarette beginne zu schrauben.
Während ich sitze und angefangen habe an meiner Zigarette zu basteln, kommt ein Mädchen auf mich zu. Ich empfinde es als couragiert, nachts, in einem S-Bahnhof, irgendwohin zu gehen, wo schon jemand sitzt, der mit dem kompletten Körperausdruck alleinsein anzeigt. Vielleicht auch nur Hilflosigkeit, denke ich, während sich das Girli neben mir niederläßt. Sie schlürft kein Bier, wie ich, sondern dieses Zeug, was alkoholfrei ist und jetzt gerade so In ist. Egal. Sie setzt sich hin. Neben mir (es sind 4 Sitzplätze verfügbar, unterbrochen von einem Sinnlosen Zwischenraum, der ein Tisch sein könnte) steht mein Bier. Dann kommt die räumliche Unterbrechung. Dann kommt ein leerer Sitz, dann sitzt sie. Ich habe sie schon im Herantreten gemustert, über meine noch unfertige Zigarette hinweg. Sie erinnert mich an die Freundin eines Freundes. Auf dem rechten Fuß hat sie einen Stern als Tatoo. Sie trägt ein Sommerkostüm, was für meinen Geschmack etwas zu sehr ausdrückt, ein Mädchen zu sein, denn sie ist kein Mädchen mehr, sie ist schon lange eine Frau.
Sie sitzt, guckt gelegentlich herüber. Als ich meine Zigarette fertig habe, zünde ich sie an und es dauert nicht lange, bis sie in ihrer Tasche wült und sich eine Fertige herausangelt und diese ebenfalls ansteckt. Wahrscheinlich ist sie froh, hier sitzen und rauchen zu können und nicht als Erste die Zigarette angesteckt zu haben. Ich verspüre den Impuls, sie anzusprechen. Gleichzeitig denke ich, dass ihre Story mich langweilen würde, weshalb ich sie doch nicht anspreche. Natürlich sagt sie kein Wort, obwohl sie reagiert und mir zeigt, dass sie gesehen hat, dass ich sie gesehen habe. Es entsteht eine Pause, in der ich meine Zigarette genieße und sinniere.
Ich verspüre erneut den Impuls, sie anzusprechen. Mir schwirrt der Gedanke durch den Kopf, dass es die 3-Minuten-Regel gibt: entweder du sprichst sie innerhalb von drei Minuten an oder es ist gegessen. Das wäre ein Aufmacher, der gegen Ende der drei Minuten funktionieren würde. Wahrscheinlich könnte ich mich prächtig über nichts mit ihr unterhalten und am Ende des Abends würde ich sie ficken.
Ich würde mich lieber mit jemandem unterhalten als zu ficken, evtl. hinterher.
Und, ich weiß, dass die Alte mich jetzt schon zu tode langweilt. Dafür auch noch ficken...?
Also lasse ich die drei Minuten verstreichen und spreche sie nicht an. Beim Einstieg in die Bahn, bei deren Einfahrt wir beide unsere Kippen unaufgeraucht wegwerfen müssen - ich eher als sie - benutzen wir zwar die selbe Tür, aber während ich, schon definiert nach links abbiege, hat sie es geahnt und ist bereits vor mir nach rechts gegangen um sich im für mich unbequemeren Teil der Bahn einen Sitzplatz zu suchen.
Ich setze mich und während ich meinen Player aus der Tasche krame und Radiohead einschalte, setzt sich ein Päarchen schräg gegenüber hin. Sie sind geschätzte acht Jahre jünger als ich und der Typ ist imponierend. Er hält sich für unfehlbar und allein die Jugend, mit der er die Welt in diesem Moment betrachtet, würde mir Neidgefühle erzeugen, wäre ich nicht alt genug, diese Show nicht mehr spielen zu wollen. Noch während sie wackelt und unentschlossen ist, benimmt er sich mädchenhaft: legt seine Bein über ihre und beeindruckt sie mit seiner Beinbehaarung, die sie spürt. (Vielleicht hat sie ihm irgendwann gesagt, dass sie es schön findet, wenn seine Bein ihre berühren.) Er bezirzt sie mit allem was zur Verfügung steht: er nimmt mich als potentiellen Gegenspieler wahr und verändert seine Sitzposition, indem er sich aus meinem Gesichtsfeld entfernt und damit ihre Blickrichtung kontrollierbar für ihn wird. Ich sehe seinen Hinterkopf und sein Selbstherrliches, prahlerisches Verhalten, während sie gezwungen ist, ihre Beine zusammen zu halten um mir bei ihrem kurzen Kleid keinen Einblick in ihren Schritt zu gewähren.
Natürlich habe ich inzwischen meinen Player am laufen und höre "How To Disappear Completely" von Radiohead und bin bereit, dem Titel und des Musik zu folgen. Zusätzlich habe ich, obwohl es nachts und unnötig ist, meine Sonnenbrille herausgekramt und sie aufgesetzt. Es ist weder ihr, noch der anderen Frau, die sich mir gegenüber auf der Sitzreihe an der nächsten Station niedergelassen hat, unmöglich, zu sehen, wohin mein Blick geht. Dennoch beobachte ich auch die Frau mir gegenüber, die mich auch betrachtet und von der ich denke, dass sie mich am Arsch lecken kann: Sie ist glattgebügelt bis zum abwinkeln...!
No Sex Today, my life is gone away.
I never will wake up.
I don't understand this.
...
Yeah, später muss ich aussteigen. Alle anderen sind schon weg und durch neue, unbekannte ausgetauscht. Das ist mein Leben.
-Wie armseelig!
Samstag, 10. Juli 2010
Donnerstag, 24. Juni 2010
Abends
Neulich habe ich mich mal in den Garten meiner Kleinwohnsiedlung gesetzt. Daß es Mitternacht war spielt eine kleine Rolle. So konnte ich beobachten, wie zwei Männer irgendein technisches Gerät, am ehesten einen Kühlschrank, abgestellt haben. Da unsere Mülltonnenbereiche nun schon so schön umzäunt sind, frage ich mich, ob irgendwann die vorgesehenen Schlösser installiert werden um Nebenkosten zu reduzieren. Ich muß deshalb an die Hausverwaltung schreiben, was ich hiermit getan habe.
;)
;)
Donnerstag, 10. Juni 2010
Alltag
Während wir jeden Tag vor uns hinleben, immer unterwegs zu einem Ziel, das in der Ferne sich verliert, begnet uns das Leben, das wir nicht wahrnehmen und achtlos an uns vorbeiziehen lassen.
irgendwann später, wenn wir können, erinnern wir uns des Lebens um nicht den Moment zu leben. Oder ist das der Moment?
"Concentrate to the present"
Manchmal gelingt es, dass wir ganz da sind, ganz Moment sind. Und davon bleibt nur Gefühl, die Bilder verschwinden.
Ist es das hauptsächliche?
Lebe den Alltag!
irgendwann später, wenn wir können, erinnern wir uns des Lebens um nicht den Moment zu leben. Oder ist das der Moment?
"Concentrate to the present"
Manchmal gelingt es, dass wir ganz da sind, ganz Moment sind. Und davon bleibt nur Gefühl, die Bilder verschwinden.
Ist es das hauptsächliche?
Lebe den Alltag!
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